Lehrgangsbericht: Unterstufentraining mit Tobias Prüfert

Lehrgang mit Tobias Prüfert in Göttingen

Lehrgang mit Tobias Prüfert in Göttingen

Am 24.08.19 war es wieder soweit: Die liebgewonnene Tradition des jährlichen Tobias-Prüfert-Trainings fand in unserem Dojo statt. Und auch diesmal war es wieder sehr schweißtreibend. Es begann mit einem sehr gut durchdachten Aufwärmprogramm, das spezifisch auf das Karate abgestimmt war, kombiniert mit sowohl statischen als auch dynamischen Dehnübungen. Zum Abschluss des Aufwärmens folgten noch Übungen zur Kräftigung der gesamten Muskulatur, um perfekt für die anstehende Trainingseinheit vorbereitet zu sein. Sehr aufschlussreich waren Sensei Tobias Erklärungen, aus welchen Gründen er die Abfolge der einzelnen Übungen wählt und wie der Körper grundsätzlich reagiert. Diese Übungen sollten meiner Meinung nach grundsätzlich auch Bestandteil unseres Trainings werden. Hierzu empfehle ich auch die Artikel von Tobias Prüfert in den DJKB-Magazinen.

Das eigentliche Training bestand dann aus Kihon-Übungen zu den korrekten Schritten im Zenkutsu-dachi, Kokutsu-dachi und den Ausführungen von Zukis in der vertikalen und horizontalen Körperachse. Ich war schon erstaunt, wie schwer es doch fallen kann, eingeübte Bewegungsabfolgen in Nuancen zu verändern. Gerade wenn der Sensei erklärt, dass das Vorgehen im Zenkutsu-dachi kein Schritt ist, sondern die Fußsohle den Boden quasi nicht verlässt. Von der Vorstellung her so, als wenn die Füße auf Zeitungspapier über den Boden gleiten würden. Ega,l was ich versucht habe: Entweder es war ein Schritt oder die Füße „klebten“ am Boden...

Leider konnte Sensei Tobias sein Training nicht so durchführen, wie er es ursprünglich geplant hatte, da er immer wieder grundsätzliche Basics erklären musste. Dazu am Ende mehr.

Das Aufwärmen vor dem zweiten Unterstufen-Training wurde von einem Gast-Schwarzgurt übernommen, der gerne diese Trainingseinheit zusätzlich mitnehmen wollte.

Danach übernahm Sensei Tobias wieder das Zepter und knüpfte an das erste Training an. Es folgten Kumite-Übungen, bei denen der Partnerwechsel scheinbar die größte Herausforderung war. Ok, es lag wohl auch an den missverständlichen Kommandos des Sensei. Eins nach rechts wäre wohl deutlicher gewesen.

Zwischendurch folgten erneut Kihon- Übungen und die Heian-Katas bis einschließlich Sandan.

Überschattet würde das gesamte Unterstufen-Training dadurch, dass einige höhere Farbgurte ihrer Graduierung nicht einmal ansatzweise gerecht wurden. Es wurden weder Grundtechniken noch die Stände beherrscht. Sogar beim Ablauf der Heian Shodan gerieten sie arg ins Stocken. Sensei Tobias war gezwungen, immer wieder Basics zu erklären und auch den Teilnehmern den Sinn und die Philosophie des traditionellen Karates zu verdeutlichen. Dies führte natürlich dazu, dass das Training stark darunter leiden musste. Hierfür muss ich Tobias trotzdem mein Lob aussprechen, dass er seiner Verantwortung als Verbandstrainer nachkam und die jungen Karatekas nicht einfach ignoriert hat. Es bleibt zu hoffen, dass sie die deutlichen Worte des Sensei auch angenommen haben.

Ich freue mich, dass ich an diesem Lehrgang teilnehmen durfte und habe viele neue Impulse für mein Karate mitgenommen. Auch weiß ich jetzt, warum ich seit zwei Jahren mit einem grünen Gurt herumlaufe... Sehr gefreut habe ich mich über die hohe Teilnehmerzahl, geschätzt über 60, wobei unsere eigene Unterstufe äußerst mager vertreten war. Leute, wo wart ihr?

Nächstes Jahr bin ich hoffentlich wieder mit dabei. Danke Tobias.

Oss, Michael